Killthekitten

Mai 9, 2009

Prezi

Filed under: Multimedia & IT — killthekitten @ 16:30
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An dieser Stelle wollte ich eigentlich eine klassische Einleitung mit Verweisen auf andere in den Medien überhypte Web-Dienste wie Second Life oder Twitter machen und dann mit einem gekonnt eingeworfenen „aaaaber…“ darauf hinweisen, dass Prezi in diesem Fall wirklich so gut ist, wie überall geschrieben wird. Dann fiel mir aber auf, dass dieses „überall“ nur die üblichen IT-Seiten sind und das Webtool nicht mal eine eigene Wikipedia-Seite hat. Nichtsdestrotz: Für jeden, der die Ehre hat, in der Schule, im Studium oder im Beruf immer mal wieder Präsentationen halten zu dürfen, der findet in Prezi einen hyperstylishen Powerpoint-Killer. FAKT!

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April 8, 2009

Redmond, Linux und die Netbooks

Filed under: Multimedia & IT — killthekitten @ 16:41
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Nun ist es offiziell: Windows ist besser als Linux! – zumindest, wenn man Brandon LeBlanc im MS-Firmen-Blog glauben schenkt. Dort wird nämlich das Ergebnis der Marktforschungsguppe NPD genüsslich gefeiert, das da lautet: Der Marktanteil von Windows im Netbook-Segment ist binnen eines Jahres von 10% auf satte 96% gestiegen. Natürlich gelten diese Zahlen lediglich für den verhältnismäßig kleinen amerikanischen Netbook-Markt, denn 80% der Mini-Notebooks gehen in Europa über die Ladentheke. Dennoch hat das Ergebnis aus den USA nicht nur Linuxfans verwundert, die sich von den kleinen Trendmaschinen eine neue Beliebtheitswelle für ihr Lieblings-OS versprochen haben. Dass sich die Hegemonie von Windows früher oder später auch auf dem Netbookmarkt einstellen wird, war leicht abzusehen. Mit 96% Marktanteil – sofern die Zahlen denn überhaupt stimmen – haben sich die Redmonder allerdings in der Tat selbst übertroffen. Eine weiteres verblüffendes Ergebnis ist jenes, dass die Anzahl der Netbookrückläufer bei mit Linux betriebenen Geräten, etwa 4 mal höher ist als jene, die mit Windows XP als Betriebssystem ausgeliefert werden.

Für Brandon LeBlanc ist dieser Sachverhalt schnell erklärt: „Because users simply expect the Windows experience.“

Und damit manch Vorurteils belasteter Leser bei diesen Worten nicht automatisch an einen Blue Screen denkt, geht der Autor lieber noch einmal sicher und konkretisiert was man denn unter „the Windows experience“ zu verstehen hat:

It’s easier to set up, easier to use, and easier to maintain – Over the last 25 years, we’ve learned a lot about what people want out of an OS, and we’ve built Windows to meet those needs, including:

  • There’s a wizard to help with just about anything, so you’ll never need to go to the command line and manually configure things.
  • Techs all over the world speak Windows, which means it’s easy to get help either online or in person.
  • It’s easy to stay at up-to-date since Windows releases updates, patches and fixes on a regular, predictable schedule. And you can set your machine to download and install them automatically!

Schon hier hat man das Gefühl, dass Mr. LeBlanc gedanklich kurzerhand das Thema gewechselt hat, denn über eine moderne Netbook-Distribution wie EEEbuntu kann er unmöglich reden, schließlich sehen die allermeisten etwa so aus:

Gerade Netbook-Distributionen wie Easy Peasy, EEEbuntu und Xandros sind stark vereinfachte, auf die wesentlichen Funktionen beschränkte Systeme. Der Vorwurf, dass Linux nur für User mit abgeschlossenem Informatikstudium bedienbar ist, kann man getrost als veraltetes Klischee abtun. Das Microsoft dieses Klischee dennoch gerne weiterpflegt, versteht sich von selbst. Fakt ist jedoch: Eine moderne, auf Anfänger und Fortgeschrittene zugeschneiderte Distribution wie Ubuntu lässt sich zu 100% mit graphischen Bedienelementen und von jedermann bedienen.

Die einzigen, die es bei Windows leichter haben, etwas zu installieren, sind die Entwickler von Malware.

Dennoch bleibt selbstverständlich die „Wie konnte das passieren?“ Frage im Raum bestehen. Wie konnte sich Microsoft mit seinem OS-Oldie, Windows XP, auf dem Netbook-Markt so stark durchsetzen? Sicher, Linux kennt nicht jeder und Kunden kaufen eher das was sie bereits kennen, also Windows. Aber allein das ist noch keine ausreichende Erklärung dafür, dass ein OS, welches qualitativ, sagen wir mal diplomatisch „gleichwertig“ und noch dazu kostenlos ist, sich so schlecht gegen den Platzhirsch durchsetzen kann? Immerhin ist das Betriebssystem auf einer Geräteklasse, die selten die 400 Euro Marke übersteigt, ein signifikanter Kostenfaktor. Kein schlechter Vorteil, könnte man annehmen.

Nun, an dieser Stelle möchte ich mich deshalb einmal auf wilde Spekulationen einlassen:

  • Microsoft hat unter Einsatz von harten Dollars mit den Herstellern Verträge geschlossen, dass sie nur eine bestimmte Anzahl ihrer Geräte mit Linux oder ohne Betriebssystem ausliefern. Ähnliche Gerüchte gibt es auch bzgl. der Verbreitung des freien Betriebssystems FreeDOS, mit dem einige Händler ihre Notebooks ausliefern, obwohl dies völlig unsinnig ist.
  • Die hohe Rückläuferquote ist vermutlicherweise das Ergebnis einer völlig anderen Korrelation. Linux wird in der Regel auf den günstigeren Netbook-Konfigurationen eingesetzt und auf solchen Geräten sind auch fast immer billige SSDs zu finden. Diese haben für Benutzer, die konventionelle Festplatten benutzen, meistens unangenehm lange Zugriffszeiten. Weshalb sie, nebenbei  bemerkt, mit Windows XP garnicht erst angeboten werden. Dieser Umstand deutet darauf hin, dass die von Microsoft propagierte Linux-Unzufriedenheit in Wirklichkeit auf die zu langsamen SSDs zurückzuführen ist.

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